Sichere Passwörter: So schützen Sie Ihre Daten
Wer kennt es nicht: Alle paar Wochen muss ein neues Passwort erstellt werden. Aber ist das überhaupt notwendig? Was hinter dem regelmäßigen Passwortwechsel steckt, wie Sie ein sicheres Passwort wählen und häufige Fehler bei der Passwortwahl vermeiden, erfahren Sie hier.
Ob E-Mail-Postfach, Bewerberprofil, interne Firmenportale oder Cloud-Dienste: Arbeitnehmer nutzen heute eine Vielzahl digitaler Zugänge. Ein unsicheres Passwort kann nicht nur private Daten gefährden, sondern auch berufliche Konsequenzen haben. Umso wichtiger ist es, die Grundlagen der Passwortsicherheit zu kennen und im Alltag konsequent anzuwenden. Aber worauf muss man dabei achten?
Warum ist Passwortsicherheit so wichtig?
Cyberangriffe gehören längst zum Alltag von Unternehmen jeder Größe. Schwache oder wiederverwendete Passwörter sind dabei eines der größten Einfallstore. Ein erfolgreicher Angriff kann zu Datenverlust, Arbeitsausfällen oder sogar rechtlichen Problemen führen.
Unternehmen investieren deshalb zunehmend in Sicherheitskonzepte, Schulungen und technische Maßnahmen wie Passwortmanager und Zwei-Faktor-Authentifizierung. Arbeitnehmer spielen dabei eine zentrale Rolle: Sicherheitsrichtlinien sind nur wirksam, wenn sie im Alltag auch eingehalten werden.
Wie wählt man sichere Passwörter?
Ein sicheres Passwort ist vor allem eines: schwer zu erraten. Kurze oder einfache Passwörter lassen sich mit automatisierten Programmen innerhalb weniger Sekunden knacken. Deshalb gilt: Länge schlägt Komplexität – am besten in Kombination.
Ein gutes Passwort sollte mindestens 12 bis 16 Zeichen lang sein und eine Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen enthalten. Noch besser sind sogenannte Passphrasen: mehrere zufällige Wörter, ergänzt durch Zahlen oder Sonderzeichen. Diese sind nicht nur sicherer, sondern auch leichter zu merken. Wichtig ist außerdem, für jeden Dienst ein eigenes Passwort zu verwenden. Wird ein Passwort kompromittiert, bleiben so zumindest die anderen Konten geschützt.
Warum sollten Passwörter regelmäßig gewechselt werden?
Auch das beste Passwort ist nicht für die Ewigkeit gemacht. Datenlecks, Phishing-Angriffe oder Schadsoftware können dazu führen, dass Zugangsdaten unbemerkt in falsche Hände geraten. Ein regelmäßiger Passwortwechsel reduziert das Risiko, dass Angreifer dauerhaft Zugriff behalten.
Viele Unternehmen geben deshalb feste Intervalle vor, in denen Passwörter geändert werden müssen. Für Arbeitnehmer bedeutet das: Nehmen Sie diese Vorgaben ernst und vermeiden Sie minimale Änderungen wie „Passwort2024“ zu „Passwort2025“. Ein neues Passwort sollte sich immer deutlich vom alten unterscheiden.
Sichere Passwörter: Was ist Zwei-Faktor-Authentifizierung?
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene. Neben dem Passwort wird ein zweiter Faktor abgefragt, zum Beispiel ein einmaliger Code per App, SMS oder ein biometrisches Merkmal wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung am Handy.
Selbst wenn ein Passwort gestohlen wird, können sich Unbefugte ohne den zweiten Faktor nicht anmelden. Genau deshalb setzen immer mehr Firmen auf 2FA – insbesondere bei sensiblen Systemen wie E-Mail-Konten, Personalsoftware oder VPN-Zugängen. Für Arbeitnehmer bedeutet das ein kleines Plus an Aufwand beim Einloggen, aber ein großes Plus an Sicherheit für persönliche und berufliche Daten.
Häufige Fehler bei Passwörtern – und wie Sie sie vermeiden
Viele Sicherheitsprobleme entstehen durch vermeidbare Gewohnheiten. Zu den häufigsten Fehlern zählen:
- Die Verwendung einfacher Passwörter wie Namen, Geburtsdaten oder Tastaturfolgen
- Dasselbe Passwort für mehrere berufliche und private Konten
- Das Aufschreiben von Passwörtern auf Zetteln oder ungeschützten Dateien
- Das Weitergeben von Zugangsdaten an Kollegen
- Ignorieren von Sicherheitswarnungen oder Passwortänderungsaufforderungen
Eine gute Lösung kann der Einsatz eines seriösen Passwortmanagers sein. Diese Programme speichern Passwörter verschlüsselt und helfen dabei, für jeden Dienst ein starkes, individuelles Passwort zu nutzen.
Kleine Maßnahmen, große Wirkung
Sichere Passwörter sind kein lästiges IT-Thema, sondern ein wichtiger Bestandteil Ihres beruflichen Selbstschutzes. Wer starke Passwörter nutzt, sie regelmäßig ändert und Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert, senkt das Risiko von Datenmissbrauch erheblich. Mit etwas Aufmerksamkeit und den richtigen Gewohnheiten schützen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihren Arbeitsplatz.
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